Bombenabwürfe bei Buch am Irchel 2. / 3. Oktober 1943
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In der Nacht vom Samstag, 2. Oktober, auf Sonntag, 3. Oktober 1943 kam es im Zusammenhang mit einem umfangreichen nächtlichen Luftangriff mit 273 alliierten Bombern auf München und seine Vororte zu mehreren Überflügen über Schweizer Gebiet.Mindestens eine Maschine warf eine Reihe von Brandbomben bei Buch am Irchel, in der Nähe von Bülach ab.
Luftraumverletzungen in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 - Privatarchiv Patrick Schlenker
Die offizielle Meldung des Territorialinspektorats 4. Armeekorps hält fest:
„Bei Buch am Irchel Nacht Samstag/Sonntag 23.58 Reihenabwurf von Brandbomben, gegen 300 Stück; kein Schaden.“
Meldung Territorialinspektorat 4. A.K., 4.10.1943, 08.20 Uhr
Bei den Brandbomben handelte sich um Stabbrandbomben englischer Herkunft mit einem Gewicht von rund 2,5 Kilogramm pro Bombe. Die Brandstabbomben fielen auf ein freies Feld und erstreckte sich über eine Schneise von rund 1500 Metern Länge und etwa 100 Metern Breite. Es wurden weder Gebäude beschädigt und keine Personen verletzt.
Im Rahmen der nachfolgenden Kontrollen am Boden wurden zwei Blindgänger festgestellt. Diese wurden später durch zuständige Stellen fachgerecht geräumt. Neben den Brandbomben wurde im gleichen Gebiet zusätzliche Staniolbänder geborgen, die zur Störung der Deutschen Funkanlagen in grossen Mengen abgeworfen wurden.
Im selben zeitlichen Zusammenhang meldete das Territorialinspektorat 4. Armeekorps für den Territorialkreis 7 einen weiteren Vorfall:
„Im Ter. Kr. 7 bei St. Gallen 1 Granateinschlag von Flabgeschoss.“
Meldung Territorialinspektorat 4. A.K., 4.10.1943
Zu diesem Einschlag liegen in den vorliegenden Meldungen keine Angaben über Schäden oder Verletzte vor. Zusätzlich wurde eine telefonische Meldung des Territorialkommandos 7 an das Armeekommando weitergeleitet, in der weitere Geschosswirkungen im gleichen Zeitraum festgehalten wurden.
Zerstörung und Opfer
Beim Angriff auf München wurden von der RAF insgesamt rund 500 Tonnen Bomben abgeworfen. Diese setzten sich aus 78 Minenbomben, 309 Sprengbomben, etwa 7.000 Phosphorbomben sowie rund 190.000 Stabbrandbomben zusammen. Der Angriff forderte 233 Todesopfer und 906 Verletzte. Zahlreiche Bauwerke wurden zerstört oder schwer beschädigt, darunter 35 Kirchen und 15 Krankenhäuser. Das Nationaltheater wurde vollständig zerstört. Zudem wurden grosse Mengen an Lebensmitteln vernichtet. Während des Angriffs gingen neun britische Bomber verloren, wobei rund 62 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen und acht in Gefangenschaft gerieten.
