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Englische Luftraumverletzungen - 7. auf den 8. November 1942

© by Patrick Schlenker 2026

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1942 war der Himmel über weiten Teilen der Schweiz von einer ziemlich starken Bewölkung geprägt. Die Wolken lagen etwa zwischen 2000 und 2500 Metern über Meer. Dazu kam eine mondlose, dunkle Nacht, was die Sicht zusätzlich erschwerte.

Trotzdem wurden in kurzer Folge zahlreiche Flugbewegungen beobachtet. Zwischen 2006 und 2054 Uhr drangen grössere Verbände von Norden und Westen her in den Schweizer Luftraum ein. Die Eintritte verteilten sich entlang der West und Nordgrenze von der Gegend um Genf bis in den Raum Stein am Rhein. Die Flugrichtung ging dabei überwiegend nach Süden. Kurz darauf verliessen die Maschinen die Schweiz wieder über die Alpensüdseite. Diese Ausflüge über die Südgrenze wurden für die Zeit zwischen 2010 und 2120 festgehalten. Insgesamt wurde von einer hohen Zahl an Durchflügen gesprochen, verbunden mit der Einschätzung, dass es sich um mehrmotorige Bomber handelte. Die Gesamtzahl der Maschinen wurde auf rund vierzig bis fünfzig geschätzt.

Im Verlauf des Abends verdichtete sich der Eindruck, dass diese Route Teil eines grossen britischen Angriffs gegen Ziele in Oberitalien war. Parallel dazu liefen in den Nachbargebieten wiederholt Alarmmeldungen, auch in Frankreich sowie in Süddeutschland und in Oberitalien. Aus dem Grenzraum auf italienischer Seite kamen zahlreiche Hinweise auf Brände, Explosionen und starkes Flab Feuer. Später wurde auch gemeldet, dass in derselben Nacht ein heftiger Angriff gegen Genua stattgefunden habe und dass italienische Stellen erhebliche Schäden einräumten. Gleichzeitig hiess es, zwei britische Flugzeuge seien verloren gegangen.

Auf Schweizer Seite reagierte die Fliegerabwehr mit Feuereröffnungen und Suchscheinwerfern. Beim Hinflug schossen drei Detachements in der Westschweiz sowie ein weiteres im Raum Brugg und Baden auf die überfliegenden Maschinen. Beim Rückflug wurden erneut drei Detachements in der Westschweiz aktiv. Ein bestätigter Abschuss oder ein klarer Erfolg wurde jedoch nicht festgestellt. In Bern blieb das Feuer aus, weil das zuständige Detachement zu diesem Zeitpunkt seinen Schiesskurs hatte.

Für Bombenabwürfe auf Schweizer Gebiet lagen in der unmittelbaren Lagebeurteilung keine Meldungen vor.

Nach dem Angriffsgeschehen über Italien kehrten die Verbände wieder zurück und nutzten erneut den Schweizer Luftraum als Korridor. Die Rückkehr über die Südgrenze zwischen dem Raum Simplon und dem Genfersee wurde für die Zeit zwischen 2156 und 2259 Uhr festgehalten. Anschliessend verlief der Abflug aus der Schweiz über den Juraraum zwischen Genf und dem Gebiet um Delsberg, wobei die Ausflüge zwischen 2157 und 2329 Uhr registriert wurden.

Neben diesen grossen Durchflügen fiel noch eine weitere, eher einzelne Bewegung auf. Bei Chiasso wurden um 2148 und 2151 Uhr einzelne Flugzeuge in relativ tiefer Höhe von rund 800 bis 1000 Metern über Boden beobachtet. Es wurde vermutet, dass es sich um Nachtjäger handeln könnte, möglicherweise aus italienischem oder deutschem Bestand. Gleichzeitig waren die Flugplätze bei Tradate in der Nähe erleuchtet, was zur Deutung passte, dass diese Maschinen von einem Einsatz aus dem Raum Mailand zurückkamen und dabei im Südtessin kurz den Schweizer Luftraum verletzten.

Bei der dritten Bombardierung von Genua warfen 65 RAF-Bomber (von insgesamt 73, die von Stützpunkten in England gestartet waren, zwei wurden abgeschossen) 115 Tonnen Bomben ab. Die zentralen und östlichen Stadtteile wurden getroffen, wobei die Kirche San Donato und die Villa Pallavicini beschädigt wurden. Zwanzig Zivilisten kamen ums Leben.

Fliegeralarme - In folgenden Städten und zeiten urden Fliegeralarm ausgelöst:

Andermatt:     2039–2345
Aigle:              2015–2125; 2222–0002
Airolo:             2039–2345
Baden:           2045–2125
Basel:            2049–2120
Bern:             2015–2122; 2241–0007
Bellinzona:     2045–2214
Biel:               2014–2110; 2239–0001
Brig:              2033–2151; 2226–2325; 2340–2400
Chur:             2059–2131
Davos:           2103–2131
Delémont:     2013–2112; 2250–0011
Fribourg:        2014–2134; 2238–0012

Genf:            2212–2116; 2222–2355
Glarus:         2050–2124
Interlaken:    2025–2146; 2238–0019
Lausanne:    2012–2116; 2222–2355
Lugano:        2045–2214
Luzern:         2014–2112
Neuchâtel:    2012–2121; 2242–0013
Olten:            2022–2117; 2245–0002
St. Gallen:     2045–2124
St. Moritz:     2109–2202
Sion:             2025–2145; 2223–2326; 2341–0001
Solothurn:    2015–2111; 2245–0011
Thun:            2022–2144; 2236–0017
Yverdon:      2015–2116; 2222–2355
Winterthur:   2047–2126
Zürich:         2047–2126